Core Web Vitals
Wie schnell muss eine Website sein – und warum das auch Suchmaschinen interessiert
Haben Sie schon einmal eine Website besucht, die ewig geladen hat? Oder bei der der Text beim Scrollen gesprungen ist? Oder bei der ein Klick einfach nicht reagiert hat? Genau solche Erlebnisse messen die sogenannten Core Web Vitals – drei Kennzahlen, die Google, Bing und andere Suchmaschinen verwenden, um die Qualität einer Website zu bewerten.

Häufige Fragen zu Core Web Vitals
Was sind Core Web Vitals?
Core Web Vitals sind drei Kennzahlen, die messen, wie sich eine Website für Besucher anfühlt: Wie schnell wird der Inhalt sichtbar (LCP)? Wie schnell reagiert die Seite auf Klicks (INP)? Und springt das Layout beim Laden (CLS)? Seit 2021 nutzen Suchmaschinen diese Werte als Ranking-Faktor.
Was sind gute Core-Web-Vitals-Werte?
Gut ist: LCP unter 2,5 Sekunden, INP unter 200 Millisekunden und CLS unter 0,1. Wenn alle drei Werte im grünen Bereich liegen, bestehen Sie die Prüfung.
Beeinflussen Core Web Vitals das Ranking bei Google?
Ja, seit 2021 sind sie ein offizieller Ranking-Faktor – bei Suchmaschinen wie Google und Bing. Bei sonst gleicher Relevanz werden schnellere Seiten bevorzugt, besonders in der mobilen Suche.
Warum das für Sie wichtig ist – auch ohne technisches Vorwissen
Wenn Ihre Website langsam lädt, verlieren Sie Besucher – und zwar schneller, als Sie denken. Studien zeigen: Schon eine Verzögerung von einer Sekunde kann die Absprungrate um 30% erhöhen. Und seit 2021 nutzen Suchmaschinen diese Geschwindigkeitswerte auch für das Ranking: Bei ansonsten gleicher Qualität wird die schnellere Website bevorzugt.
Core Web Vitals messen dabei nicht nur die reine Ladezeit, sondern drei verschiedene Aspekte der Nutzererfahrung (englisch: User Experience). Und das Gute daran: Sie müssen kein Entwickler sein, um die Ergebnisse zu verstehen. Es geht um drei einfache Fragen.
Drei Fragen, drei Kennzahlen
| Frage | Kennzahl | Gut | Mittlel | Schlecht |
|---|---|---|---|---|
| Wie schnell wird der Hauptinhalt sichtbar? | LCP | ≤ 2,5 s | 2,5–4,0 s | > 4,0 s |
| Wie schnell reagiert die Seite auf Klicks? | INP | ≤ 200 ms | 200–500 ms | > 500 ms |
| Springt das Layout beim Laden? | CLS | ≤ 0,1 | 0,1–0,25 | > 0,25 |
Suchmaschinen verwenden dafür echte Messwerte von Besuchern, die Ihre Website mit dem Chrome-Browser aufrufen – den sogenannten Chrome UX Report. Es geht also nicht um einen Labortest, sondern um die tatsächliche Erfahrung Ihrer Besucher.
Wie schnell wird der Hauptinhalt sichtbar? (LCP)
Der Largest Contentful Paint – kurz LCP – misst, wann das größte sichtbare Element auf Ihrer Seite fertig geladen ist. Das ist meistens das Hauptbild, eine große Überschrift oder ein Video-Vorschaubild.
Stellen Sie sich das wie die Auslage eines Geschäfts vor: Wenn ein Kunde vor Ihrem Schaufenster steht und erst nach mehreren Sekunden etwas sehen kann, geht er weiter. Genauso verhalten sich Website-Besucher.
Ziel: unter 2,5 Sekunden. Klingt machbar? Für viele Websites ist es das leider nicht.
Was die häufigsten Bremsen sind – und was Sie tun können
- Zu große Bilder: Wenn ein Bild 3 Megabyte groß ist, obwohl es auf der Seite nur 400 Pixel breit angezeigt wird, lädt der Browser unnötig viele Daten. Moderne Formate wie WebP oder AVIF sparen 25–50% Dateigröße bei gleicher Qualität.
- Langsamer Server: Die sogenannte Time to First Byte (TTFB) misst, wie schnell Ihr Server überhaupt antwortet. Liegt dieser Wert über 200 Millisekunden, ist das Fundament bereits langsam – unabhängig davon, wie gut der Rest optimiert ist.
- Blockierende Dateien: Manche CSS- und JavaScript-Dateien verhindern, dass der Browser überhaupt anfängt, die Seite darzustellen. Fachleute sprechen von „render-blockierenden Ressourcen“.
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Wie schnell reagiert die Seite auf Ihre Klicks? (INP)
Kennen Sie das? Sie klicken auf einen Button – und nichts passiert. Erst nach ein, zwei Sekunden reagiert die Seite. Dieses Problem misst der Interaction to Next Paint – kurz INP. Er hat im März 2024 die ältere Kennzahl FID abgelöst und misst nicht nur den ersten Klick, sondern alle Interaktionen während Ihres Besuchs.
Ziel: unter 200 Millisekunden. Das ist ungefähr so schnell, wie ein Mensch eine Verzögerung bewusst wahrnimmt.
Warum Websites manchmal nicht reagieren – und was hilft
- Zu viel JavaScript auf einmal: Wenn der Browser gerade ein umfangreiches Script abarbeitet, kann er in dieser Zeit nicht auf Ihre Klicks reagieren. Fachleute nennen das einen „Long Task“ – eine Aufgabe, die länger als 50 Millisekunden dauert.
- Zu viele externe Dienste: Analytics-Tools, Chat-Widgets, Werbe-Scripts, Social-Media-Einbettungen – jedes für sich harmlos, zusammen eine unsichtbare Bremse. Oft reicht es, nicht benötigte Dienste zu entfernen oder später zu laden.
- Tipp: Laden Sie Scripts, die nicht sofort benötigt werden, mit dem Attribut
deferoderasync– so blockieren sie die Seite nicht.
Warum springt das Layout beim Laden? (CLS)
Jeder kennt das: Sie wollen einen Link klicken, aber im letzten Moment springt eine Werbeanzeige dazwischen – und Sie landen auf einer ganz anderen Seite. Dieses Springen misst der Cumulative Layout Shift – kurz CLS.
Ziel: unter 0,1. Je höher der Wert, desto mehr hat sich das Layout während des Ladens verschoben.
Die häufigsten Ursachen für springende Layouts
- Bilder und Videos ohne feste Größe: Wenn der Browser nicht weiß, wie groß ein Bild sein wird, kann er den Platz nicht reservieren. Sobald das Bild lädt, verschiebt sich alles darunter. Die Lösung: Immer
widthundheightangeben. - Nachladende Schriftarten: Wenn ein besonderer Zeichensatz (Webfont) geladen wird, ändert sich plötzlich die Textgröße. Fachleute nennen das „Flash of Unstyled Text“ (FOUT).
- Werbung und Banner ohne Platzhalter: Cookie-Banner, Werbeanzeigen oder Hinweisleisten, die sich nachträglich ins Layout schieben, weil kein Platz für sie reserviert wurde.
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Wie kann ich meine Werte messen?
Es gibt verschiedene Werkzeuge – vom schnellen Online-Test bis zur dauerhaften Überwachung:
- PageSpeed Insights – der schnellste Weg. Geben Sie Ihre URL ein und erhalten Sie in wenigen Sekunden Ihre Werte – sowohl echte Besucherdaten als auch Laborergebnisse.
- Google Search Console – zeigt Ihnen für Ihre gesamte Website, welche Seiten Probleme haben und ob sich die Werte verbessern oder verschlechtern.
- exatics Audit – misst die Performance automatisch bei jedem Website-Check und zeigt die Ergebnisse übersichtlich zusammen mit allen anderen Prüfkategorien.
Unser Tipp: Beginnen Sie mit einem kostenlosen Check über PageSpeed Insights oder über exatics. So sehen Sie sofort, wo Sie stehen.
Wie stark beeinflussen diese Werte mein Ranking?
Core Web Vitals sind seit 2021 ein bestätigter Ranking-Faktor – aber kein alleinentscheidender. Suchmaschinen behandeln sie als eine Art Stichentscheid: Wenn zwei Seiten inhaltlich gleichwertig sind, gewinnt die schnellere. Relevanz und Inhaltsqualität bleiben wichtiger – aber bei hartem Wettbewerb gibt die Performance den Ausschlag.
Was in der Praxis messbar ist:
- Websites, die ihren LCP-Wert von 4 auf 2,5 Sekunden verbessert haben, berichten von bis zu 28% mehr organischem Traffic
- Bessere Reaktionszeiten (INP) führen zu höheren Abschlussraten – weil Besucher nicht frustriert abbrechen
- Weniger Layout-Verschiebungen (CLS) sorgen für weniger Fehlklicks und zufriedenere Nutzer
Besonders auf Smartphones – und das sind mittlerweile 60–70% aller Website-Besuche – machen gute Core Web Vitals einen spürbaren Unterschied.
Weniger Daten, schnellere Seite: Was sofort hilft
Die wirksamste Maßnahme für eine schnellere Website ist oft die einfachste: weniger Daten übertragen. Jedes Bild, jedes Script, jede Schriftart muss vom Server zum Browser transportiert werden. Je weniger Daten, desto schneller die Seite.
- Bilder optimieren: Verwenden Sie moderne Formate (WebP, AVIF) und passende Größen. Ein Bild, das 1920 Pixel breit ist, aber nur in 400 Pixel angezeigt wird, verschwendet Bandbreite.
- HTML schlank halten: Sehr verschachtelte Seitenstrukturen (Fachleute sprechen von „DOM-Tiefe“) verlangsamen den Seitenaufbau. Einfachere Strukturen sind schneller.
- Komprimierung aktivieren: Moderne Server komprimieren Dateien automatisch mit Brotli oder gzip – das spart 60–80% Datenvolumen. Fragen Sie Ihren Hosting-Provider, ob das aktiviert ist.
- Caching nutzen: Wenn ein Besucher Ihre Seite ein zweites Mal aufruft, müssen nicht alle Dateien erneut geladen werden. Voraussetzung: Ihr Server setzt die richtigen Cache-Header.
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Checkliste: Das können Sie selbst tun
- Messen: Rufen Sie PageSpeed Insights auf und geben Sie Ihre Website-Adresse ein.
- Bilder prüfen: Sind alle Bilder in einem modernen Format? Haben alle Bilder
widthundheightangegeben? - Scripts aufräumen: Brauchen Sie wirklich alle eingebundenen Dienste? Jedes entfernte Script macht die Seite schneller.
- Mobile testen: Rufen Sie Ihre Website auf dem Smartphone auf. Lädt sie in unter 3 Sekunden? Springt das Layout?
- Provider fragen: Unterstützt Ihr Hosting Brotli-Komprimierung und HTTP/2? Wenn nicht, lohnt sich möglicherweise ein Wechsel.
- Dranbleiben: Performance ist kein einmaliges Projekt. Jedes neue Plugin, jedes neue Bild kann die Werte verschlechtern. Prüfen Sie regelmäßig.
Was prüft exatics bei der Performance?
Der exatics-Audit misst bei jedem Website-Check automatisch die wichtigsten Performance-Kennzahlen:
- Ladegeschwindigkeit: Wie schnell wird der erste Inhalt sichtbar (First Contentful Paint) und wann ist der Hauptinhalt vollständig geladen (LCP)?
- Server-Reaktionszeit: Wie schnell antwortet Ihr Server (TTFB)?
- Layoutstabilität: Verschiebt sich das Layout während des Ladens (CLS)?
- Seitengewicht: Wie viele Daten müssen übertragen werden?
- Anfragenanzahl: Wie viele einzelne Dateien lädt der Browser?
Die Ergebnisse werden übersichtlich zusammen mit konkreten Optimierungsvorschlägen angezeigt – verständlich auch ohne technisches Vorwissen.
Quellen und weiterführende Links
- Google: Core Web Vitals und Seitenqualität
- web.dev: Tools zur Messung von Web Vitals
- PageSpeed Insights
- Digitaler CO₂-Fußabdruck: Warum eine schnelle Website auch nachhaltiger ist
- Barrierefreiheit: Was das BFSG für Ihre Website bedeutet
- SEO-Grundlagen: Was Suchmaschinen wirklich bewerten
- Glossar: Was sind Core Web Vitals?
- Glossar: CLS (Cumulative Layout Shift)
- Glossar: LCP (Largest Contentful Paint)
- Glossar: INP (Interaction to Next Paint)