Welches Consent-Tool nutzt Deutschland?
Welche Cookie-Banner Deutschland nutzt – und warum die Einrichtung über den Schutz entscheidet

Welches Cookie-Banner nutzt Deutschland wirklich? Wir haben über 3 Mio. Audits durchgeführt (Stand Juli 2026) und die eingesetzten Consent-Management-Plattformen erfasst. Das Ergebnis zeigt, welche Tools den Markt dominieren und was sie kosten.
Eines ist dabei entscheidend. Jedes CMP lässt sich effektiv und korrekt konfigurieren. Ob ein Banner seinen Zweck erfüllt, hängt zumeist von der Komplexität der Einrichtung und den eingesetzten Diensten ab, nicht vom Produkt. Dieser Überblick bewertet deshalb nicht die Tools. Er zeigt allein, welche Auswirkungen sich auf den geprüften Websites erkennen ließen.
Hinweis zur Methodik: Alle Zahlen basieren auf unseren automatisierten Audits deutscher Websites. Die Erkennung erfolgt über technische Signaturen im Quellcode. Unsere Datenbank umfasst 180 verschiedene Consent-Management-Systeme. Die dargestellten Unterschiede spiegeln die Konfiguration auf den geprüften Websites wider, nicht die Qualität der CMP-Software. Unsere Prüfverfahren werden laufend weiterentwickelt; Ergebnisse können sich jederzeit ändern.
Die folgenden Ausführungen stellen keine Rechtsberatung dar. Die Einordnung stammt aus automatisierter technischer Erkennung; die rechtsverbindliche Bewertung obliegt Ihrem Datenschutzbeauftragten.
Häufige Fragen zu Welches Consent-Tool nutzt Deutschland?
Welches Consent-Tool ist in Deutschland am weitesten verbreitet?
Im WordPress-Segment werden Borlabs Cookie und Complianz am häufigsten erkannt, Usercentrics und Cookiebot sind im Enterprise-Bereich verbreitet. Insgesamt setzen die Mehrheit der Websites mit CMP auf eines dieser drei Tools.
→ Mehr dazuBraucht jede Website ein Consent-Tool?
Ja, sobald nicht-essenzielle Cookies oder Tracking-Dienste eingesetzt werden. Das TDDDG und die DSGVO verlangen eine informierte, freiwillige Einwilligung vor dem Laden solcher Dienste.
Welches CMP eignet sich für WordPress?
Borlabs Cookie und Complianz sind die populärsten WordPress-Plugins. Bei Websites mit Borlabs Cookie haben wir in unseren Audits in den meisten Fällen keine Verstöße erkannt; Complianz bietet nach Anbieterangaben eine kostenlose Basisversion.
→ Mehr dazuWann Websites ein Consent-Tool brauchen
Sobald eine Website Cookies setzt oder Tracking-Daten an Drittanbieter überträgt, greifen DSGVO und TDDDG. Nutzer müssen vor dem Einsatz nicht-essenzieller Cookies zustimmen können. Ein Consent-Tool steuert genau das. Es zeigt die Optionen, speichert die Entscheidung und hält Tracking-Dienste zurück, bis eine gültige Einwilligung vorliegt.
Die Anforderungen sind klar. Die Zustimmung muss freiwillig, informiert und eindeutig sein, und Ablehnen muss so einfach gehen wie Akzeptieren. Kein Vorselektieren, kein verstecktes Ablehnen. Zusätzlich muss dokumentiert sein, wann und wie ein Nutzer zugestimmt hat; diese Nachweispflicht ergibt sich direkt aus der DSGVO.
Ein sauber eingerichtetes Consent-Tool senkt damit das Risiko von Bußgeldern, Abmahnungen und Beschwerden. Es stellt sicher, dass personenbezogene Daten nur mit gültiger Rechtsgrundlage verarbeitet werden. Wer darauf verzichtet, riskiert rechtliche Folgen und das Vertrauen der Besucher. Prüfen Sie im Zweifel, ob Ihr Banner Dienste wirklich erst nach der Einwilligung lädt.
Die meistgenutzten Consent-Tools in Deutschland
In über 3 Mio. Audits haben wir die eingesetzten Consent-Tools identifiziert. Das Ergebnis zeigt ein klares Bild.
| CMP | Erkannte Installationen | Marktanteil |
|---|---|---|
| Complianz | 177.698 | 18,5 % |
| Borlabs Cookie | 177.475 | 18,4 % |
| Cookiebot | 91.260 | 9,5 % |
| Cookie Notice | 84.125 | 8,7 % |
| Cookie Manager (CM4all) | 83.620 | 8,7 % |
| CookieYes | 82.955 | 8,6 % |
| Usercentrics | 70.102 | 7,3 % |
Die meistgenutzten Consent-Management-Systeme nach Installationen in unseren Audits (Stand Juli 2026)
Borlabs Cookie und Complianz gehören in unseren Audits zu den am häufigsten erkannten Systemen, gefolgt mit Abstand von Cookiebot. Die Top 5 decken bereits den Großteil aller erkannten Installationen ab. Für Ihre eigene Wahl zählt weniger der Marktanteil als die Frage, ob das Tool zu Ihrem CMS und Ihren Diensten passt; mehr dazu weiter unten.
WordPress-Plugins und plattformunabhängige Systeme im Vergleich
Der deutsche Markt für Consent-Tools ist zweigeteilt, und die beiden Hälften unterscheiden sich grundlegend.
WordPress-Segment
Sechs der meistgenutzten Systeme sind reine WordPress-Plugins. Das hat einen einfachen Grund. WordPress betreibt einen Großteil aller deutschen Websites, und der Plugin-Markt ist entsprechend groß.
| CMP | Installationen | WordPress-Anteil |
|---|---|---|
| Borlabs Cookie | 177.475 | 100 % |
| Complianz | 177.698 | 100 % |
| Cookie Notice | 84.125 | 100 % |
| Real Cookie Banner | 69.768 | 100 % |
Borlabs Cookie, Complianz, Cookie Notice und Real Cookie Banner laufen ausschließlich auf WordPress. Ihr Vorteil liegt in der tiefen CMS-Integration, etwa automatischem Cookie-Scanning, Content-Blockern und direkter Verwaltung im Plugin.
Plattformunabhängige und Enterprise-Systeme
Cookiebot, Usercentrics, Consentmanager und OneTrust arbeiten unabhängig vom CMS. Sie werden per JavaScript-Tag eingebunden und passen zu Unternehmen mit mehreren Websites, verschiedenen CMS oder komplexen Anforderungen.
| CMP | Installationen | WordPress-Anteil |
|---|---|---|
| Cookiebot | 91.260 | 23 % |
| Usercentrics | 70.102 | 29 % |
| Consentmanager | 21.625 | 22 % |
| CCM19 | 36.300 | 28 % |
| Klaro | 22.235 | 9 % |
| OneTrust | 5.646 | 10 % |
Usercentrics hat Cookiebot 2022 übernommen und positioniert Cookiebot seitdem für kleine und mittlere Websites, Usercentrics selbst für das Enterprise-Segment. Zusammengerechnet wären beide die größte CMP-Gruppe in Deutschland.
CCM19 als deutscher Anbieter
CCM19 der Papoo Software & Media GmbH aus Bonn ist ein Sonderfall. Mit 36.300 erkannten Installationen belegt es Rang 8 und ist damit das verbreitetste rein deutsche System im plattformunabhängigen Segment. Was es ausmacht:
- Hosting ausschließlich in Deutschland. Server bei OVH GmbH (Limburg) und ALL-INKL.COM (Dresden), keine US-Cloud-Anbieter.
- Self-Hosting möglich. CCM19 läuft als Download oder Docker-Container auf eigenen Servern, als eines der wenigen plattformunabhängigen Systeme. Relevant für Behörden, Krankenhäuser und datenschutzsensible Einrichtungen.
- Quelloffen. Der vollständige Quellcode ist für Self-Hosting-Betreiber einsehbar.
- Barrierefrei. WCAG- und BITV-konform bereits im kostenlosen Tarif.
- Google Consent Mode v2. Zertifiziert als Google Approved Third Party Vendor.
- TCF 2.3. Optional ab dem Business-Tarif aktivierbar.
Mit einem Einstiegspreis von ab 7,90 €/Monat inklusive Self-Hosting-Option liegt CCM19 zwischen den günstigen WordPress-Plugins und den teureren Enterprise-Lösungen. Wer auf deutsche Datenhoheit Wert legt, findet hier Self-Hosting und ausschließlich deutsche Server.
Weitere Sonderfälle
- CM4all Cookie Manager (83.620 Installationen). Das integrierte System der Ionos/CM4all-Baukastenlösung. Es läuft nur auf CM4all-Websites; Betreiber haben dort meist keine eigene CMP-Wahl.
- Civic Cookie Control (19.798 Installationen). Plattformunabhängig, vor allem im britischen und europäischen Raum verbreitet. Nur 0,2 % laufen auf WordPress.
- Klaro (22.235 Installationen). Eine Open-Source-Alternative, beliebt bei technisch versierten Teams und im öffentlichen Sektor.
Was unsere Audits über die Einrichtung zeigen
Entscheidend ist nicht, welches Consent-Tool eingesetzt wird, sondern wie es eingerichtet ist. In unseren Audits prüfen wir das technische Verhalten auf der Website: Werden Cookies und Tracking-Dienste erst nach der Zustimmung geladen, oder schon davor? Daraus ergibt sich ein Befund zur Einrichtung, keine Note für das Produkt.
der Installationen zeigen Verstöße – fast immer durch die Einrichtung, nicht durch das Tool
Audits als Datenbasis
erkannte Consent-Management-Systeme
Wie sich die Einrichtung im Detail auf die Datenschutz-Bewertung auswirkt, mit Privacy-Scores und konkreten Zahlen, zeigt unser ausführlicher Cookie-Banner-Vergleich.
Wichtig dabei: Dasselbe System kann auf der einen Website fehlerfrei laufen und auf der anderen Verstöße zeigen; den Unterschied macht die Konfiguration.
Warum eine Website trotz Consent-Tool ungeschützt sein kann
Erkennt ein Audit Verstöße, obwohl ein Consent-Tool im Einsatz ist, liegt das selten am Tool. Die Ursachen sind vielfältig:
- Komplexität der Einrichtung. Je mehr Dienste eine Website einbindet, desto leichter rutscht einer durch das Raster.
- Bewusste Entscheidung. Manche Unternehmen laden Dienste absichtlich vor der Einwilligung, auch wenn das rechtlich nicht zulässig wäre.
- Fehlendes Wissen. Oft ist gar nicht bekannt, dass ein bestimmter Dienst einwilligungspflichtig sein könnte.
- Veränderte Gegebenheiten. Der häufigste Fall. Ein neues Tool wird eingebunden, ohne die Consent-Integration zu bedenken. Agentur und Dienstleister stimmen sich nicht ab. Oder die Person, die das Banner pflegte, hat das Unternehmen verlassen.
Eine korrekte Einrichtung ist damit kein Dauerzustand, sondern eine Momentaufnahme. Websites ändern sich laufend, und mit ihnen die Datenflüsse. Genau hier setzt das Monitoring von exatics an. Es prüft Ihre Website regelmäßig und meldet kritische Änderungen zeitnah, bevor aus einer übersehenen Integration ein Datenschutz-Risiko entsteht.
Der Werbestandard IAB TCF
Das Transparency and Consent Framework (TCF) des IAB Europe ist ein technischer Standard. Er übermittelt den Consent-Status einheitlich zwischen CMP, Werbenetzwerken und Ad-Servern, also eine gemeinsame Sprache für alle Beteiligten in der programmatischen Werbung.
In unseren Audits erkennen wir TCF-Integrationen über die standardisierte JavaScript-API (window.__tcfapi). Am häufigsten finden wir sie bei Consentmanager und Borlabs Cookie, beide stark im Publisher-Umfeld vertreten.
Das Brüsseler Berufungsgericht hat TCF im Mai 2025 in weiten Teilen für datenschutzwidrig erklärt. Der sogenannte TC-String gilt als personenbezogenes Datum, IAB Europe wurde als Mitverantwortlicher eingestuft. Rechtlich ist der Standard damit umstritten, und die Folgen für den praktischen Einsatz in Europa sind noch nicht abschließend geklärt.
Google Consent Mode v2 treibt die Verbreitung

Seit März 2024 verlangt Google für Google Ads und Google Analytics den Consent Mode v2. Ohne kompatibles CMP fließen keine Conversion-Daten mehr an Google. Das ist für viele Betreiber der eigentliche Anlass, überhaupt ein professionelles CMP einzusetzen.
Alle großen Systeme unterstützen den Consent Mode v2. Usercentrics ist Google-zertifizierter Gold-Tier-Partner; Borlabs Cookie, Cookiebot, Complianz und Consentmanager unterstützen den Standard ebenfalls vollständig.
Was Consent-Tools kosten
Die Kosten reichen von kostenlos (etwa Klaro als Open Source) bis zu mehreren hundert Euro pro Monat bei Enterprise-Anbietern. Für WordPress-Websites bieten Borlabs Cookie und Real Cookie Banner ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, größere Unternehmen greifen häufiger zu Cookiebot oder Usercentrics. Die vollständige Preis- und Funktionsübersicht aller Anbieter zeigt unser Cookie-Banner-Vergleich.
Worauf es bei der Wahl ankommt
CMS-Kompatibilität
WordPress-Nutzer profitieren von nativen Plugins. Wer kein WordPress nutzt, braucht ein plattformunabhängiges System.
Saubere Einrichtung
Das Tool muss Cookies und Tracking-Skripte zurückhalten, bis eine Zustimmung vorliegt. Unsere Audit-Daten zeigen, dass die Umsetzung in der Praxis stark schwankt.
Google Consent Mode
Wer Google Analytics oder Google Ads nutzt, braucht seit 2024 ein CMP mit Consent-Mode-v2-Unterstützung.
Keine Dark Patterns
Eine gleichwertige Ablehnmöglichkeit auf der ersten Ebene ist Pflicht. Mehr dazu im Ratgeber zu Dark Patterns.
Datenschutz des Tools selbst
Wo werden die Consent-Daten gespeichert? Systeme mit EU-Servern oder Self-Hosting bieten hier den engsten Datenschutz.
Fazit
Der deutsche Markt ist zweigeteilt. WordPress-Plugins dominieren bei kleinen und mittleren Websites, plattformunabhängige Lösungen im Enterprise-Bereich. Welches System am besten passt, hängt von CMS, Unternehmensgröße und eingesetzten Diensten ab, nicht von einer pauschalen Empfehlung.
Entscheidend bleibt die Einrichtung, nicht das Produkt. Verstöße liegen fast immer an der Konfiguration, selten am Tool. Ein gutes Tool schützt nicht automatisch; ein sauber eingerichtetes schon.
Der erste Schritt ist immer der Blick auf das eigene Banner.
Quellen und Methodik
- Alle Zahlen basieren auf exatics-Audits deutscher Websites (Stand Juli 2026, über 3 Mio. Audits)
- CMP-Erkennung über technische Signaturen im HTML-Quellcode, JavaScript-Objekte und Cookie-Muster
- Auswertung der Einrichtung durch automatisierte Browser-Tests (Chromium-basiert) mit echtem Banner-Klick
- EDPB: Cookie Banner Taskforce Report (2023)
- DSK: Orientierungshilfe Telemedien, Version 1.2 (November 2024) (PDF)
- exatics: Ist Ihr Cookie-Banner wirklich korrekt eingerichtet?
- exatics: Dark Patterns in Cookie-Bannern erkennen
Weiterführende Artikel
Vertiefende Fragen zu Welches Consent-Tool nutzt Deutschland?
Ist Cookiebot DSGVO-konform?
Cookiebot kann nach gängiger Rechtsauslegung DSGVO-konform betrieben werden, gehört aber seit der Übernahme durch Usercentrics zum selben Unternehmen. Bei Websites mit Cookiebot haben wir in unseren Audits überwiegend keine Verstöße erkannt – entscheidend ist die korrekte Konfiguration.