Welche Consent-Tools nutzt Deutschland?

Borlabs Cookie, Complianz, Cookiebot, Usercentrics — der deutsche CMP-Markt ist vielfältig. Unsere Auswertung über über 173.000 Audits (Stand: März 2026) zeigt, welche Consent-Management-Systeme tatsächlich eingesetzt werden, wie gut sie funktionieren und wo die Unterschiede liegen.

Ein Consent-Management-System (CMP) — umgangssprachlich „Cookie-Banner-Tool" — ist für die meisten Websites Pflicht. Doch welches Tool nutzt Deutschland? Die Antwort hängt davon ab, ob die Website auf WordPress läuft, wie groß das Unternehmen ist und ob programmatische Werbung eingesetzt wird.

Hinweis: Alle Zahlen basieren auf unseren automatisierten Audits deutscher Websites. Die Erkennung erfolgt über technische Signaturen im Quellcode. Unsere Datenbank umfasst über 75 verschiedene Consent-Management-Systeme.

Die meistgenutzten CMPs in Deutschland

In über 173.000 Audits haben wir die eingesetzten Consent-Management-Systeme identifiziert. Die Rangliste zeigt ein klares Bild:

RangCMPErkannte InstallationenSegment
1Borlabs Cookie14.871WordPress
2Complianz9.735WordPress
3Cookiebot8.907Plattformunabhängig
4Usercentrics6.950Plattformunabhängig
5CookieYes4.414WordPress
6Cookie Notice4.030WordPress
7Real Cookie Banner3.806WordPress
8CCM193.297Plattformunabhängig
9Civic Cookie Control3.060Plattformunabhängig
10CM4all Cookie Manager2.498CM4all/Ionos
11Consentmanager2.375Plattformunabhängig
12Klaro2.123Open Source
13OneTrust1.169Enterprise
22,1 % 14,5 % 13,2 % 10,4 % 22 % 66.919 erkannte CMPs
Borlabs Cookie (22,1 %) Complianz (14,5 %) Cookiebot (13,2 %) Usercentrics (10,4 %) CookieYes (6,1 %) Cookie Notice (6,0 %) Real Cookie Banner (5,7 %) Sonstige (22,0 %)

WordPress-Plugins dominieren den deutschen CMP-Markt — Borlabs Cookie ist klarer Marktführer.

Borlabs Cookie ist mit deutlichem Abstand das meistgenutzte CMP in unseren Audits — gefolgt von Complianz und Cookiebot. Zusammen decken die Top 5 bereits den Großteil aller erkannten Installationen ab.

Zwei Welten: WordPress vs. Enterprise

Der deutsche CMP-Markt ist zweigeteilt. Die Unterschiede sind fundamental:

WordPress-Segment

Sechs der dreizehn meistgenutzten CMPs sind reine WordPress-Plugins. Das ist kein Zufall: WordPress betreibt einen Großteil aller deutschen Websites, und der Plugin-Markt ist entsprechend groß.

CMPInstallationenWordPress-Anteil
Borlabs Cookie14.871100 %
Complianz9.735100 %
CookieYes4.41495 %
Cookie Notice4.030100 %
Real Cookie Banner3.806100 %

Borlabs Cookie, Complianz, Cookie Notice und Real Cookie Banner laufen ausschließlich auf WordPress. Sie bieten tiefe Integration ins CMS — etwa automatisches Cookie-Scanning, Content-Blocker und direkte Plugin-Verwaltung.

Plattformunabhängige und Enterprise-CMPs

Cookiebot, Usercentrics, Consentmanager und OneTrust funktionieren unabhängig vom CMS. Sie werden per JavaScript-Tag eingebunden und eignen sich für Unternehmen mit mehreren Websites, verschiedenen CMS-Systemen oder komplexen Anforderungen.

CMPInstallationenWordPress-Anteil
Cookiebot8.90723 %
Usercentrics6.95029 %
Consentmanager2.37522 %
CCM193.29728 %
Klaro2.1239 %
OneTrust1.16910 %

Usercentrics hat Cookiebot 2022 übernommen und positioniert seitdem Cookiebot als SME-Produkt (kleine und mittlere Websites), während Usercentrics selbst das Enterprise-Segment bedient. Zusammen kommen beide Marken auf knapp 17.000 erkannte Installationen — und wären damit die größte CMP-Gruppe.

Sonderfälle

CCM19: Made in Germany

CCM19 der Papoo Software & Media GmbH aus Bonn verdient besondere Beachtung: Mit 3.297 erkannten Installationen belegt es Rang 8 — und ist damit das erfolgreichste rein deutsche CMP im plattformunabhängigen Segment.

Die Besonderheiten:

Mit einem Einstiegspreis von 7,90 €/Monat (inklusive Self-Hosting-Option) positioniert sich CCM19 zwischen den günstigen WordPress-Plugins und den teureren Enterprise-Lösungen. Für Organisationen, die Wert auf deutsche Datenhoheit legen, ist es eine der wenigen echten Alternativen zu cloud-basierten US-Anbietern.

Weitere Sonderfälle

Wie gut funktionieren die CMPs?

Die entscheidende Frage ist nicht nur, welches CMP eingesetzt wird — sondern ob es technisch korrekt funktioniert. In unseren Audits bewerten wir jeden Cookie-Banner nach seinem technischen Verhalten: Werden Dienste erst nach Einwilligung geladen? Reagiert der Banner korrekt auf den Nutzerklick?

CMPGrün (korrekt)Orange (Mängel)Rot (schwerwiegend)
Borlabs Cookie17,0 %13,2 %15,9 %
Real Cookie Banner14,3 %12,7 %15,8 %
Consentmanager44,8 %22,2 %29,6 %
CCM1924,2 %15,4 %17,2 %
Complianz17,1 %14,8 %18,6 %
Cookiebot21,8 %13,1 %28,2 %
Usercentrics26,1 %15,8 %25,5 %

Borlabs Cookie hat die höchste Grün-Rate mit 84,6 % — das bedeutet, dass bei vier von fünf geprüften Installationen der Banner technisch korrekt funktioniert. Real Cookie Banner und Consentmanager folgen mit über 81 %.

Auffällig: Die plattformunabhängigen CMPs (Cookiebot, Usercentrics) haben tendenziell eine höhere Rot-Rate als die WordPress-Plugins. Das liegt nicht am CMP selbst, sondern an der Integration: Ein WordPress-Plugin kann die Skript-Ausführung direkt im CMS steuern, während ein externes CMP darauf angewiesen ist, dass der Betreiber alle Tracking-Skripte korrekt über das CMP einbindet.

Wichtig: Diese Bewertungen spiegeln die technische Implementierung beim Betreiber wider — nicht die Qualität der CMP-Software. Ein schlecht konfiguriertes Borlabs kann rot werden, ein sorgfältig eingerichtetes Usercentrics wird grün bewertet.

IAB TCF: Ein Standard für die Werbebranche

Das Transparency and Consent Framework (TCF) des IAB Europe ist ein technischer Standard, der den Consent-Status zwischen CMP, Werbenetzwerken und Ad-Servern standardisiert übermittelt. Er ist vor allem für Websites mit programmatischer Werbung relevant.

In unseren Audits erkennen wir TCF-Integrationen über die standardisierte JavaScript-API (window.__tcfapi). Die meisten TCF-Implementierungen finden wir bei Consentmanager und Borlabs Cookie — beides CMPs, die im Publisher-Umfeld stark vertreten sind.

Rechtliche Einordnung: Das Brüsseler Berufungsgericht hat im Mai 2025 den TCF-Standard in weiten Teilen für datenschutzwidrig erklärt. Der sogenannte TC-String wurde als personenbezogenes Datum klassifiziert, das IAB Europe als Mitverantwortlicher eingestuft. Die Auswirkungen auf den praktischen Einsatz von TCF in Europa sind noch nicht abschließend geklärt.

Google Consent Mode v2: Der neue Treiber

Seit März 2024 verlangt Google für die Nutzung von Google Ads und Google Analytics den sogenannten Consent Mode v2. Ohne kompatibles CMP werden keine Conversion-Daten mehr an Google übermittelt — ein starker Anreiz für Website-Betreiber, ein professionelles CMP einzusetzen.

Alle großen CMPs unterstützen den Google Consent Mode v2. Usercentrics ist Google-zertifizierter Gold-Tier-CMP-Partner und bietet die engste Integration. Aber auch Borlabs Cookie, Cookiebot, Complianz und Consentmanager unterstützen den Standard vollständig.

Preisüberblick

Die Kosten für ein CMP variieren erheblich — von kostenlos bis mehrere hundert Euro pro Monat (Stand: Februar 2026, Preise können sich ändern):

CMPEinstiegspreisKostenlose Version
Borlabs Cookieab 49 €/JahrNein
Complianzab 59 €/JahrEingeschränkt
Real Cookie Bannerab 29 €/JahrEingeschränkt
CCM19ab 7,90 €/MonatBis 5.000 Impressions
Cookiebotab 7 €/MonatBis 50 Unterseiten
Usercentricsab 7 €/MonatNein
Consentmanagerab 23 €/MonatBis 3.000 Seitenaufrufe
KlaroKostenlosOpen Source
OneTrustAuf AnfrageNein

Für WordPress-Websites bieten Borlabs Cookie und Real Cookie Banner das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Für größere Unternehmen mit mehreren Domains oder CMS-Systemen sind Cookiebot oder Usercentrics die gängige Wahl.

Worauf Sie bei der CMP-Wahl achten sollten

  1. CMS-Kompatibilität: WordPress-Nutzer profitieren von der tiefen Integration nativer Plugins. Wer kein WordPress nutzt, braucht ein plattformunabhängiges CMP.
  2. Technische Korrektheit: Das CMP muss Tracking-Skripte zuverlässig blockieren, bis eine Einwilligung vorliegt. Unsere Audit-Daten zeigen: Die Qualität variiert.
  3. Google Consent Mode: Wer Google Analytics oder Google Ads nutzt, braucht seit 2024 ein CMP mit Consent-Mode-v2-Unterstützung.
  4. Keine Dark Patterns: Das CMP muss eine gleichwertige Ablehnmöglichkeit auf der ersten Ebene ermöglichen.
  5. Datenschutz des CMP selbst: Wo werden die Consent-Daten gespeichert? CMPs mit Servern in der EU oder Self-Hosting-Optionen sind aus DSGVO-Sicht vorzuziehen.

Fazit

Der deutsche CMP-Markt ist zweigeteilt: WordPress-Plugins dominieren im KMU-Segment, plattformunabhängige Lösungen im Enterprise-Bereich. Borlabs Cookie führt nach Installationszahlen und technischer Bewertung. Doch die Wahl des CMPs allein garantiert keinen Datenschutz — entscheidend ist die korrekte Konfiguration.

Unsere Audits zeigen: Selbst beim besten CMP funktionieren rund 15 % der Installationen nicht korrekt. Das liegt selten am Tool und fast immer an der Einrichtung. Ein guter erster Schritt: Prüfen Sie Ihren eigenen Cookie-Banner.

Quellen und Methodik

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