Umami Analytics: Open-Source-Webanalyse ohne Cookies

Cookielos, kostenlos, self-hostbar – die Open-Source-Alternative mit dem größten Funktionsumfang

Umami Analytics ist eine Open-Source-Webanalyse unter MIT-Lizenz, die komplett ohne Cookies arbeitet. Mit ca. 2 KB Script-Größe gehört Umami zu den leichtgewichtigsten Analytics-Tools am Markt – und bietet nach unserem Überblick den größten Funktionsumfang unter den kostenlosen Alternativen zu Google Analytics. Der Name? Japanisch für den fünften Geschmackssinn – die Essenz, die alles zusammenhält.

Entwickler platziert einen kleinen Server in eine Holzschale voller Analytics-Elemente – Umami Analytics als Open-Source-Webanalyse

Umami wurde 2020 von Mike Cao gegründet – einem ehemaligen Adobe-Entwickler, der für seine eigenen Websites eine einfachere und schnellere Alternative zu Google Analytics suchte. Zusammen mit seinen Brüdern Brian und Francis betreibt er Umami Software, Inc. mit Sitz in San Francisco. Der vollständige Quellcode ist auf GitHub einsehbar – mit über 36.000 Stars eines der populärsten Analytics-Projekte weltweit.

Hinweis: Die folgenden Ausführungen basieren auf unserer technischen Analyse und stellen keine Rechtsberatung dar. Für die rechtliche Bewertung Ihrer Analytics-Konfiguration konsultieren Sie bitte Ihren Datenschutzbeauftragten.

Häufige Fragen zu Umami Analytics

Braucht Umami ein Cookie-Banner?

Nein. Umami setzt laut Herstellerangaben keine Cookies und erhebt keine personenbezogenen Daten. Eine Einwilligung ist nach gängiger Rechtsauslegung weder nach DSGVO noch nach TDDDG erforderlich. Eine Erwähnung in der Datenschutzerklärung bleibt dennoch Pflicht.

Ist Umami kostenlos?

Die Self-Hosted-Version ist kostenlos und enthält alle Features ohne Einschränkungen – unbegrenzte Websites, Events und Teammitglieder. Umami Cloud bietet einen kostenlosen Hobby-Plan (3 Websites, 10.000 Events/Monat) sowie kostenpflichtige Pläne ab 9 USD pro Monat.

Wie genau ist Umami ohne Cookies?

Umami zählt Seitenaufrufe und tägliche Unique Visitors zuverlässig. Da keine persistenten Identifier gesetzt werden, können wiederkehrende Besucher über Tage hinweg nicht erkannt werden – das ist eine bewusste Designentscheidung zugunsten des Datenschutzes. In der Praxis zeigen Vergleiche, dass Umami deutlich mehr Besucher erfasst als Google Analytics – weil Adblocker und Consent-Ablehnungen cookielose Tools nicht blockieren.

Das Konzept: Cookieloses Tracking in 2 KB

Umami verfolgt einen konsequent datenschutzorientierten Ansatz: Ein einziges Script-Tag von ca. 2 KB liefert alle wesentlichen Website-Statistiken – ohne Cookies, ohne persistente Identifier, ohne Cross-Site-Tracking. Kein Ballast, nur Daten.

Die technische Funktionsweise im Detail:

  • Keine Cookies, keine Identifier: Umami setzt laut Herstellerdokumentation keinerlei Cookies und speichert keine persistenten Identifier im Browser. Alle erfassten Daten werden zum Zeitpunkt der Erfassung anonymisiert.
  • Keine IP-Speicherung: IP-Adressen werden laut Herstellerangaben weder persistiert noch im Dashboard angezeigt.
  • Kein Cross-Site-Tracking: Da keine Identifier gesetzt werden, kann ein Besucher nicht über verschiedene Websites hinweg verfolgt werden.
  • Kein Device-Fingerprinting: Umami liest laut Herstellerangaben keine Browser-Features, Plugins oder Bildschirmauflösungen aus. Es werden keine Daten aktiv aus dem Endgerät ausgelesen – das Verhalten entspricht damit dem Prinzip anderer consent-freier Tools wie etracker oder Matomo (mit deaktivierter Browser-Feature-Detection).
  • Do-Not-Track: Optional kann die Browser-Einstellung respektiert werden (data-do-not-track).
  • Before-Send-Hook: Eine Callback-Funktion kann den Payload vor dem Senden inspizieren und bei Bedarf blockieren (data-before-send) – nützlich für Teams mit besonderen Compliance-Anforderungen.

Das Ergebnis: Ein Analytics-Tool, das nach diesem Konzept technisch nicht in der Lage sein soll, personenbezogene Daten zu erheben – und deshalb nach gängiger Rechtsauslegung weder Cookie-Banner noch Einwilligung erfordert.

Was bedeutet das in der Praxis? Die TYPO3-Agentur b13 aus Stuttgart nutzt Umami parallel zu Google Analytics und berichtet: Die gemessenen Besucherzahlen lagen mit Umami mehr als doppelt so hoch wie bei Google Analytics. Der Grund: Adblocker und Cookie-Consent-Ablehnungen blockieren GA – aber nicht Umami.

Hosting: Self-Hosted oder EU-Cloud

Hier wird es interessant – denn bei Umami haben Sie die Wahl: komplett auf dem eigenen Server oder als Managed Cloud. Und diese Wahl hat direkte Auswirkungen auf den Datenschutz.

Self-Hosting: Volle Kontrolle, null Kosten

Die Self-Hosted-Variante ist kostenlos und enthält laut Herstellerangaben alle Features ohne Einschränkungen – keine Limits bei Websites, Events oder Teammitgliedern. Sie benötigen:

  • Einen Server mit Node.js 18.18 oder neuer
  • Eine PostgreSQL-Datenbank (ab v3 Pflicht – MySQL-Support wurde mit v3 entfernt)
  • Alternativ: Docker-Container (docker compose up -d genügt) oder Deployment auf Vercel, Railway oder einer beliebigen Node.js-Plattform

Wer auf eigener Infrastruktur hostet, eliminiert jegliche Drittanbieter-Datenverarbeitung. Kein CLOUD Act, kein Datentransfer, volle Datenhoheit. Das ist wie ein Safe im eigenen Keller – niemand außer Ihnen hat den Schlüssel.

Umami Cloud: Managed mit EU-Option

Die Cloud-Variante wird von Umami Software, Inc. betrieben – einem US-Unternehmen mit Sitz in Delaware/San Francisco. Fakt ist: Damit unterliegt die Cloud dem US CLOUD Act. Aber es gibt eine EU-Region mit Serverstandort Frankfurt, die laut Unternehmensangaben die CLOUD-Act-Exposition für europäische Daten eliminiert.

Im Vergleich zu Plausible Analytics, das von einem EU-Unternehmen in Estland betrieben wird und ausschließlich auf Hetzner in Deutschland hostet, ist Umami Cloud ein pragmatischer Kompromiss: technisch gleichwertig für den EU-Datenschutz, organisatorisch komplexer. Für maximale EU-Compliance ist Self-Hosting die sicherste Wahl.

Open Source unter MIT-Lizenz

Umami ist Open Source – und zwar unter der permissivsten aller gängigen Lizenzen. Das ist ein relevanter Unterschied zur Konkurrenz.

Die MIT-Lizenz erlaubt:

  • Kommerzielle Nutzung ohne Einschränkungen
  • Modifikation und Weitergabe ohne Copyleft-Pflicht
  • Keine Netzwerk-Klausel – auch bei SaaS-Nutzung keine Offenlegungspflicht

Im Vergleich: Plausible nutzt die AGPLv3 (strenger, mit Netzwerk-Copyleft), Fathom ist komplett proprietär. Die MIT-Lizenz bedeutet maximale Freiheit – auch für Unternehmen, die Umami in eigene Produkte integrieren möchten.

Kein Open-Core-Modell: Umami Cloud verkauft Managed Hosting und SLA-Komfort – nicht freigeschaltete Features. Alles, was die Cloud kann, kann auch die Self-Hosted-Version. Versprochen.

Funktionsumfang: Was Umami kann – und was nicht

Mit Version 3 hat Umami den Sprung von der schlanken Alternative zur vollwertigen Analytics-Plattform gemacht. Funnels, Session Replay, Kohorten – Features, die sonst nur in kommerziellen Tools zu finden sind.

Kernfunktionen

  • Echtzeit-Dashboard: Seitenaufrufe, Unique Visitors, Bounce Rate, Verweildauer – in Echtzeit
  • Traffic-Quellen: Referrer, UTM-Kampagnen, Channel Grouping
  • Geräte und Standorte: Browser, Betriebssystem, Land/Region/Stadt
  • Custom Events: Beliebige Nutzeraktionen tracken – Klicks, Downloads, Formularabschlüsse
  • Funnels: Mehrstufige Trichteranalyse für Conversion-Pfade
  • User Journeys: Pfadanalyse – wie navigieren Besucher durch die Website?
  • Session Replay: Nutzersitzungen aufzeichnen und wiedergeben
  • Retention-Analyse: Wie oft kehren Besucher zurück?
  • Kohorten-Analyse: Nutzergruppen nach Zeitraum und Event bilden und über Zeit analysieren
  • Segmente: Gespeicherte Filterkombinationen – z. B. "Windows-Nutzer aus Deutschland" – mit einem Klick anwenden
  • Revenue Tracking: Umsatz-Attribution für E-Commerce
  • Core Web Vitals: Performance-Monitoring direkt im Dashboard (ab v3.1)
  • Links: Short-URLs mit Redirect-Tracking – wie Bit.ly, aber im eigenen System
  • Pixels: Tracking-Pixel für Newsletter-Öffnungsraten und externe Plattformen
  • Tags: Events unter benannten Tags gruppieren – ideal für A/B-Tests und Kampagnen-Segmentierung
  • Teams: Multi-User, Rollenverwaltung, Projekt-Sharing
  • API: Vollständiger API-Zugang für Integrationen und Automatisierung
  • CSV-Export

Was Umami bewusst nicht bietet

  • Keine Google-Ads-Integration
  • Keine Heatmaps (Session Replay ersetzt diese teilweise)
  • Keine Wiederkehrende-Besucher-Analyse über Tage hinweg (technisch unmöglich ohne persistente Identifier)
  • Keine Predictive Audiences oder Machine-Learning-Modelle
  • Keine Google Search Console Integration

Aber wie umfangreich ist das wirklich? Ein Vergleich macht es deutlich: Plausible und Fathom konzentrieren sich auf das 1-Seiten-Dashboard – Pageviews, Referrer, UTMs. Umami geht mit Session Replay, Funnels, Kohorten und User Journeys deutlich weiter. Näher an Mixpanel als an die schlanke Konkurrenz – und trotzdem kostenlos self-hostbar.

Preise

PlanPreisEvents/MonatWebsitesDatenaufbewahrung
HobbyKostenlos10.00036 Monate
Basic$9/Monat100.000502 Jahre
Business$49/Monat1.000.000Unbegrenzt7 Jahre
EnterpriseIndividuellIndividuellUnbegrenztIndividuell
Self-HostedKostenlosUnbegrenztUnbegrenztUnbegrenzt

Zusätzliche Events: Basic $5 je 100k, Business $20 je 500k. Alle Cloud-Pläne ab Basic beinhalten unbegrenzte Teammitglieder. Bei der Cloud gibt es eine 14-tägige Testphase für Basic und Business. Der Hobby-Plan ist dauerhaft kostenlos. Alle Preise laut Umami-Website (Stand: Juni 2026).

Der entscheidende Punkt: Die Self-Hosted-Version ist nicht nur kostenlos – sie hat auch keinerlei Einschränkungen gegenüber der Cloud. Keine Feature-Begrenzung, keine Event-Limits, keine Datenaufbewahrungsfrist. Das kennen wir in dieser Konsequenz von keinem anderen Analytics-Tool.

Unsere Erfahrungen aus der Praxis

In über 3 Mio. durchgeführten Audits (Stand: Juni 2026) haben wir Umami auf über 4.500 Websites erkannt – das entspricht einer Verbreitung von ca. 0,2 %. Unter den erkannten Analytics-Services liegt der Marktanteil bei rund 2 %.

Damit liegt Umami hinter Google Analytics, Matomo und Plausible, zeigt aber ein stetiges Wachstum – insbesondere bei technisch versierten Teams und in der Open-Source-Community.

Wichtig: Umami allein macht eine Website nicht automatisch datenschutzkonform. Wenn neben Umami weitere Tracking-Dienste wie Google Tag Manager, Facebook Pixel oder Google Ads ohne korrekte Consent-Einbindung laufen, kann die Datenschutzlage trotz cookielosem Analytics problematisch sein. Auch eingebundene Drittanbieter-Ressourcen wie Google Fonts oder externe Skripte können einen Datenschutzverstoss verursachen – unabhängig vom Analytics-Tool.

Umami vs. Plausible: Wann was?

Beide Tools sind cookielos, beide Open Source, beide datenschutzfreundlich. Aber welches passt besser zu Ihrem Projekt? Die Unterschiede liegen im Detail.

KriteriumUmamiPlausible
HerkunftUSA (Delaware/San Francisco)Estland (EU)
HostingSelf-Hosted oder Cloud (US/EU)Cloud (EU) oder Self-Hosted (CE)
Script-Größeca. 2 KB< 1 KB
CookiesKeineKeine
Open SourceJa (MIT)Ja (AGPLv3)
Self-HostingJa (alle Features)Ja (Community Edition, eingeschränkt)
Session ReplayJaNein
FunnelsJa (alle Pläne)Ja (ab Business)
KohortenJaNein
User JourneysJaNein
Core Web VitalsJaNein
DatenbankPostgreSQLClickHouse + PostgreSQL
Einstiegspreis (Cloud)Kostenlos (Hobby)9 €/Monat

Umami eignet sich besonders für Teams, die mehr als Basic-Analytics brauchen – Funnels, Session Replay, Kohorten – und die Freiheit des Self-Hostings schätzen. Plausible ist die bessere Wahl für Organisationen, die auf ein EU-Unternehmen, maximale Schlankheit und eine Community-Driven-Governance Wert legen.

Und wenn es noch schlanker sein darf? Dann lohnt der Blick auf Ackee – cookielos und minimalistisch wie Umami, aber rein selbst gehostet, ganz ohne Cloud-Option. Für Blogs und kleinere Websites, die nur die wichtigsten Kennzahlen brauchen, reicht das oft völlig.

Für wen eignet sich Umami?

Nicht jedes Analytics-Tool passt zu jedem Team. Umami hat eine klare Zielgruppe – und für die ist es schwer zu schlagen.

  • Entwickler und Tech-Teams – Self-Hosting per Docker in 10 Minuten, MIT-Lizenz ohne Einschränkungen
  • Kostenbewusste Startups – die Feature-reichste kostenlose Analytics-Lösung am Markt
  • Unternehmen mit Self-Hosting-Pflicht – volle Datenhoheit, kein Drittanbieter-Zugriff
  • Teams, die über Pageviews hinausdenken – Session Replay, Funnels und Kohorten ohne Aufpreis
  • Organisationen mit mehreren Websites – unbegrenzte Sites und Events bei Self-Hosting

Fazit

Umami Analytics beweist: Open Source und professionelle Webanalyse schließen sich nicht aus. Mit Version 3 hat das Tool den Sprung von der schlanken GA-Alternative zur vollwertigen Analytics-Plattform gemacht – mit Session Replay, Kohorten-Analyse, Funnels und Core Web Vitals. Alles cookielos. Alles ohne Einwilligung. Alles kostenlos self-hostbar.

Die MIT-Lizenz gibt maximale Freiheit. Kein Open-Core, keine versteckten Einschränkungen. Wer einen eigenen Server betreiben kann, bekommt eine Analytics-Lösung, die funktional mit kommerziellen Tools mithält – bei voller Datenhoheit und null Lizenzkosten.

Wer eine cookielose, DSGVO-konforme Alternative zu Google Analytics sucht und mehr Features benötigt als Plausible oder Fathom bieten, findet in Umami die technisch ausgereifteste Open-Source-Lösung am Markt.

Alle Informationen zu Funktionen und Preisen finden Sie auf der Umami-Website.

Quellen und Hinweise

  • Angaben zu Hosting, Datenschutz-Features und technischer Funktionsweise basieren auf der Umami-Dokumentation (Stand: Juni 2026).
  • Preise gemäß Umami-Preisseite (Stand: Juni 2026).
  • Informationen zu Umami v3 basieren auf der heise-online-Berichterstattung (November 2025).
  • Der Praxisbericht zur Datenqualität stammt von b13 (David Steeb).
  • Das Server-Side GTM Tag Template stammt von Markus Baersch.
  • Die rechtliche Einordnung zum Consent-freien Betrieb stellt keine Rechtsberatung dar. Die endgültige Bewertung hat Ihr Datenschutzbeauftragter.
  • Audit-Daten stammen aus eigenen exatics-Prüfungen.

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Vertiefende Fragen zu Umami Analytics

Umami oder Plausible – was ist besser?

Umami bietet deutlich mehr Features: Session Replay, Kohorten-Analyse, User Journeys, Core Web Vitals – und ist als Self-Hosted-Version komplett kostenlos. Plausible punktet als EU-Unternehmen mit Hosting ausschließlich in Deutschland und einem noch schlankeren Script unter 1 KB. Für maximale EU-Compliance und Einfachheit ist Plausible die sicherere Wahl. Für mehr Analysefunktionen und kostenloses Self-Hosting ist Umami die stärkere Option.

Kann Umami Google Analytics ersetzen?

Für die meisten Websites: ja. Umami liefert Seitenaufrufe, Traffic-Quellen, Conversions, UTM-Tracking, Funnels und sogar Session Replay. Was fehlt: Google-Ads-Integration, Predictive Audiences und Machine-Learning-Modelle. Für Marketing-Teams mit starker Google-Ads-Abhängigkeit reicht Umami allein nicht aus – für alle anderen ist es eine vollwertige Alternative.